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WEITERHIN UNTERSCHIEDE BEI SÄUGLINGSMILCHEN NACH EU-NOVELLE: DAS GESETZ HINKT DER WISSENSCHAFT HINTERHER

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Frankfurt, 12. September 2019: Die EU-Kommission aktualisiert ab 2020 die Verordnung (VO) für Säuglingsanfangs- und Folgenahrung. Die neuen Vorgaben entsprechen dann zum Teil jenen Werten, die bei namhaften Markenherstellern bereits seit Jahren Standard sind. Prebiotische Ballaststoffe (GOS/FOS) und Arachidonsäure (ARA) sind weiterhin nur optionale anstatt obligatorische Zutaten. Denn in der neuen VO wurden Studien nur bis zum Jahr 2013 berücksichtigt. In den Augen der Experten sind daher auch in Zukunft nicht alle Säuglingsmilchen als gleichwertig anzusehen. Forschungsbasierte Nahrungen überbieten auch künftig den gesetzlichen Mindeststandard.

Stillen ist die beste Ernährungsform für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Nahrungen für Babys, die nicht gestillt werden, sollen sich bestmöglich am komplexen Vorbild Muttermilch orientieren. Erstmals wurden 1976 detaillierte Anforderungen für Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen festgelegt und das letzte Mal 2006 aktualisiert. Am 22.2.2020 wird eine neue delegierte Verordnung (VO) bezüglich Säuglingsanfangs- und Folgenahrung verbindlich werden (für HA-Nahrung ab 22.02.2021). Diese neue Verordnung wurde in einem hochkarätig besetzten Expertenkreis kritisch diskutiert.

 

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Die Höchstwerte für Protein wurden teils drastisch um bis zu 30 Prozent gesenkt. Mindestmengen beziehungsweise Höchstwerte für Linolsäure sowie einige Vitamine und Mineralstoffe wurden in der aktuellen Verordnung angepasst.
  • Der Zusatz von Docosahexaensäure (DHA) ist künftig verpflichtend.
  • Hersteller dürfen weitere Zutaten beifügen, die einen nachgewiesenen Nutzen haben (z.B. Pro-/Syn/Postbiotika, synthetische HMOs sowie ARA). • Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben auf Säuglingsanfangsnahrung sind generell verboten (ausgenommen DHA und Laktose).

 

Proteinwerte immer noch zu hoch

Eine zu hohe Proteinzufuhr im Säuglings- und Kleinkindalter ist mit einem erhöhten Body Mass Index im Kindesalter assoziiert. Demnach wurde der Höchstwert für Protein in Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen nun gesenkt. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer: „Damit kommt das Gesetz dem aktuellen Kenntnisstand nach, wenngleich eine EU Verordnung diesem naturgemäß immer etwas hinterherhinkt. Meiner Ansicht nach sind die Maximum-Werte immer noch sehr hoch, aber ein Schritt in die richtige Richtung.“

 

Verordnung bei ARA nicht State of the art

Muttermilch enthält eine bedarfsgerechte Mischung verschiedener Fettsäuren. Darunter findet man wichtige langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie DHA und ARA. Diese wirken sich günstig auf die Reifung des kindlichen Sehvermögens aus. Bis die Eigensynthese ausreicht, ist der Säugling auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Ab 2020 ist der Zusatz von DHA zu Säuglingsanfangs- und Folgenahrung obligatorisch. Prof. Dr. Walter Mihatsch begrüßt dies, sieht jedoch das Fehlen von ARA kritisch: „DHA und ARA sind beide in Muttermilch enthalten. Im Gehirn von Säuglingen findet man sogar mehr ARA als DHA. Es würde Sinn ergeben, sowohl DHA als auch ARA Säuglingsnahrungen zuzufügen.“

 

Optionale Zugabe von prebiotischen Ballaststoffen genau geregelt

Muttermilch fördert aufgrund ihrer bifidogen wirkenden Humanen Milch-Oligosaccharide (HMOs) die Entwicklung und Funktion der kindlichen Darm-Mikrobiota. Dieser Effekt kann in Säuglingsnahrung durch die Zugabe von speziellen Ballaststoffen erreicht werden. Die Verordnung erlaubt die Zugabe, speziell die in über 30 Studien geprüfte Kombination aus 90 Prozent kurzkettigen Galacto-Oligosaccharide und 10 Prozent langkettigen Fructo-Oligosaccharide (scGOS/lcFOS (9:1) mit max. 0,8 g/100 ml. „Mit dieser Mischung lässt sich die Darm-Mikrobiota der so ernährten Säuglinge jener von gestillten Kindern annähern“, führt der Muttermilchforscher Prof. Dr. Bernd Stahl aus.

Für Prof. Zwiauer steht fest: „Muttermilch ist unser Vorbild. Säuglingsnahrung soll der Muttermilch so gut es geht ähneln. Diese spezielle scGOS/lcFOS (9:1)-Mischung ist eine gute Annäherung an die Funktion der Humanen Muttermilch-Oligosaccharide. GOS/FOS sind aus meiner Sicht eine wünschenswerte Zutat, die aus medizinischen Gründen begrüßenswert ist.“

 

Muttermilchforschung ist essenziell

Die Forschung lernt täglich vom Vorbild Muttermilch. Prof. Stahl: „So wissen wir z.B. heute, dass Muttermilch ein Synbiotikum ist, denn sie enthält neben prebiotischen Ballaststoffen noch probiotische Bakterien und deren Stoffwechselprodukte, die Postbiotika.“ Für Prof. Zwiauer hat sich in den letzten 20 Jahren das Wissen um Säuglingsnahrung unter anderem dank der Forschungstätigkeit von wenigen Unternehmen von einer ‚eminenzbasierten‘ zu einer evidenzbasierten Wissenschaft entwickelt. Für Prof. Mihatsch ist Muttermilchforschung schlichtweg essenziell.

 

Nicht alle Milchen sind gleich – auch nicht ab 2020

Die Experten sind sich einig: Es war noch nie so einfach wie heute, einen Säugling, der nicht gestillt werden kann, gut zu ernähren. Prof. Zwiauer ergänzt: „Trotzdem sind auch künftig nicht alle Säuglingsmilchen gleichwertig. Denn es gibt Firmen, die ihre Produkte über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus mit weiteren wünschenswerten Nährstoffen ergänzen. Spezifische Unterschiede sind vorhanden und wird es weiterhin geben. Es ist daher evident, dass Säuglingsnahrung von einem Unternehmen, das Forschung betreibt, zu bevorzugen ist.“

An der Diskussion, welche auf Einladung von Milupa im Mai 2019 stattfand, nahmen teil (im Bild v.l.n.r.):

  • Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Universitätsklinikum St. Pölten (AT)
  • RA Mag. Jakob Hütthaler-Brandauer, Kanzlei Hütthaler-Brandauer, Wien (AT)
  • Prof. Dr. Walter Mihatsch, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Helios Klinikum, Pforzheim (D)
  • Prof. Dr. Bernd Stahl, Leiter der Nutricia-Muttermilchforschung und der Analytik und Associate Professor of Glycobiology am Department of Pharmaceutical Science an der Universität Utrecht (NL)
  • Gastgeber Dr. Christopher Mayr, Geschäftsführer von Milupa Österreich, Puch/Hallein (AT)

 

Erklärung zum Interessenskonflikt:

Mag. Jakob Hütthaler-Brandauer, Prof. Dr. Walter Mihatsch und Prof. Dr. Karl Zwiauer haben für ihre Teilnahme am Experten-Round-Table ein Honorar erhalten. Prof. Mihatsch spendet sein Honorar der Leipziger Muttermilch Bank. Prof. Dr. Bernd Stahl ist Leiter der Nutricia-Muttermilchforschung und der Analytik, und Associate Professor of Glycobiology am Department of Pharmaceutical Science an der Universität Utrecht (NL).

Die bisher gültige VO (RICHTLINIE 2006/141/EG DER KOMMISSION vom 22. Dezember 2006) finden Sie hier. Die neue Verordnung (DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2016/127 DER KOMMISSION vom 25. September 2015), gültig ab 22.2.2020, finden Sie hier.

 

Über Uns

Die Milupa Nutricia GmbH steht seit vielen Generationen für eine sichere und gesunde Säuglings- und Kleinkindernahrung. Gegründet 1921 in Friedrichsdorf (Deutschland), ist Milupa seit 2007 Teil von Danone Early Life Nutrition (ELN). Wie die Tochterfirma Milupa konzentriert sich ELN auf gesunde Ernährung in der wichtigen Phase der ersten 1.000 Tage im Leben eines Kindes.

In D-A-CH ist Danone neben ELN auch mit den Geschäftsbereichen Danone Waters, Danone Essential Dairy Plant Based sowie Danone Advanced Medical Nutrition vertreten. Ziel des führenden internationalen Lebensmittelunternehmens ist: Durch gesunde Ernährung die Lebensqualität so vieler Menschen wie möglich zu verbessern. Das Unternehmen strebt danach, im Einklang mit der Unternehmensvision „One Planet. One Health“ Verbraucher zu gesünderen und nachhaltigeren Ess- und Trinkgewohnheiten zu inspirieren. Diese Vision spiegelt die feste Überzeugung wider, dass die Gesundheit der Menschen und die unseres Planeten untrennbar miteinander verbunden sind. Deshalb setzt Danone auf gesundheitsorientierte Produkte und verpflichtet sich dazu, effizient und verantwortungsvoll zu handeln, um nachhaltige Werte zu schaffen und zu teilen – unter Einhaltung der höchsten Geschäftsstandards. Dies spiegelt sich in dem Ziel wider, als eines der ersten multinationalen Unternehmen B-Corp-zertifiziert zu werden.

Mit seinen Produkten in über 120 Märkten erzielte Danone im Jahr 2017 einen Umsatz von 24,7 Milliarden Euro. Das Portfolio enthält sowohl internationale Marken (Actimel, Activia, Alpro, Aptamil, Danette, Danio, Danonino, Evian, Nutricia, Nutrilon, Volvic u. a.) als auch lokale Marken wie AQUA, Blédina, Bonafont, Cow & Gate, Horizon, Mizone, Oikos, Prostokvashino, Seide und Vega. Über ein ADR-Programm (American Depositary Receipt) ist Danone an der Euronext Paris gelistet und dadurch ein Bestandteil führender Indizes von Unternehmen mit sozialer Verantwortung, darunter die Dow Jones Sustainability Indexes, Vigeo, Ethibel Sustainability Index, MSCI Global Sustainability, MSCI Global SRI Indexes und der FTSE4Good Index. 

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