Umgestaltung der Lebensmittelsysteme für Klimaschutz und Widerstandsfähigkeit
Lebensmittelsysteme tragen etwa ein Drittel zu den weltweiten Treibhausgasemissionen bei und sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen besonders anfällig für den Klimawandel. Die Umgestaltung der Lebensmittelproduktion ist daher entscheidend – nicht nur, um die Klimakrise zu bewältigen und die Erderwärmung so gut es geht zu begrenzen, sondern auch, um die Ernährungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Bei Danone ergreifen wir bereits Maßnahmen, von der Einführung regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken bis hin zur Reduzierung der Emissionen in unserer gesamten Lieferkette. Diese Initiativen unterstützen unser Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen* zu erreichen. Gleichzeitig helfen sie unseren Partner*innen und Landwirt*innen, sich an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und widerstandsfähigere Lebensmittelsysteme aufzubauen.
* Netto-Null bedeutet, ein Gleichgewicht zwischen ausgestoßenen und aus der Atmosphäre entfernten Treibhausgasen zu erreichen – wobei Emissionen so weit wie möglich reduziert werden.
Messung unserer Treibhausgas-Emissionen
Wir messen unsere Treibhausgasemissionen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette und veröffentlichen jährlich Berichte zu den Ergebnissen, um unsere Auswirkungen auf das Klima zu überwachen. Genaue Daten sind für die Überprüfung der Fortschritte und die Festlegung künftiger Reduktionsziele unerlässlich. Daher verbessern wir kontinuierlich die Datenqualität. Die Emissionen werden nach der Methodik des Greenhouse Gas Protocol berechnet und von einer unabhängigen dritten Partei gemäß den ISAE 3000-Standards überprüft.
Emissionen entlang unserer Lieferkette verstehen
Gemäß den international anerkannten Standards des Greenhouse Gas Protocol werden Emissionen in drei Bereiche unterteilt. Diese Einordnung hilft uns, unsere Auswirkungen auf das Klima besser verfolgen und reduzieren zu können.
- SCOPE 1: Direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder von diesen kontrollierten Quellen, wie z. B. Emissionen aus der Verbrennung in unternehmenseigenen Anlagen und aus unternehmenseigenen Fahrzeugen.
- SCOPE 2: Indirekte Emissionen aus der Erzeugung von Strom, Dampf, Wärme oder Kälte, die vom Unternehmen gekauft und verbraucht werden.
- SCOPE 3: Alle anderen indirekten Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette des Unternehmens entstehen. Dazu gehören Emissionen aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten wie Landwirtschaft, Transport und Vertrieb von gekauften Waren und Dienstleistungen. Zu unseren Hauptkategorien gehören Milch, Milchzutaten, pflanzliche Zutaten, Verpackungen, Logistik und Co-Manufacturing.
- Was sind FLAG-Emissionen?
FLAG-Emissionen (Forest, Land, Agriculture) sind Treibhausgasemissionen, die durch Landwirtschaft, Landnutzungsänderungen und Landbewirtschaftung entstehen. FLAG ist auch der Name eines sektorspezifischen Rahmens der Science Based Targets Initiative (SBTi). Dieser Rahmen soll Unternehmen in diesen Sektoren dabei helfen, ihre Emissionen zu messen und zu reduzieren und konzentriert sich auf kritische Bereiche wie Entwaldung, Bodengesundheit und nachhaltige Landnutzung.
Unser Engagement für den Klimaschutz: klare Reduktionsziele
Bereits 2015 gehörte Danone zu den ersten 100 Unternehmen weltweit, die sich in Übereinstimmung mit dem Pariser Abkommen dazu verpflichtet haben, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. 2017 wurden unsere Reduktionsziele offiziell im Rahmen des 2°C-Ziels bestätigt.
Als eines der ersten Konsumgüterunternehmen haben wir uns 2022 CO₂- und FLAG-Reduktionsziele gesetzt, die mit dem 1,5°C-Pfad übereinstimmen und alle drei Bereiche (Scope 1, 2 und 3) abdecken. 2023 folgte die Veröffentlichung unseres „Climate Transition Plans“, und 2024 wurden unsere Ziele für 2050 von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert.
Bis 2030 wollen wir – ausgehend vom Basisjahr 2020 – folgende Reduktionen erreichen:
Scope 1 und 2: Verringerung der Emissionen um
-46,3 %
Scope 3 Non-FLAG (z. B. Verpackung, Logistik, Co-Manufacturing): Reduktion um
-42%
Scope 3 FLAG (Emissionen aus Wald, Land und Landwirtschaft, z. B. Milch, Milchzutaten und pflanzliche Rohstoffe): Reduktion um
-30,3 %
Acht Programme zur Bekämpfung von Emissionen
Emissionsreduktion entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette
Wir haben acht wichtige Programme ins Leben gerufen, um unsere Treibhausgasemissionen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Dazu gehören
- Energieeffizienz und erneuerbare Energien: Optimierung unserer Produktionsprozesse und Umstellung auf erneuerbare Energiequellen.
- Nachhaltige Landwirtschaft: Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten bei der Einführung emissionsarmer Praktiken.
- Verantwortungsvolle Beschaffung: Fokus auf abholzungsfreie Lieferketten für unsere Rohstoffe.
- Kreislaufgerechte Verpackungen: Entwicklung von Verpackungen, die vollständig recycelbar oder wiederverwendbar sind.
Darüber hinaus reduzieren wir Emissionen im Transport- und Lagerbereich, arbeiten eng mit Co-Herstellerinnen und -herstellern zusammen, um deren Emissionen zu senken, und treiben Innovationen voran, um kohlenstoffarme Produkte zu entwickeln.
- Direkte Unternehmensaktivitäten
- Regenerative Landwirtschaft
- Milch
- Zutaten
- Verpackungen
- Logistik
- Co-Produktion
- Lieferantinnen- und Lieferantenengagement
- Kohlenstoffarm konzipiert
Direkte Unternehmensaktivitäten
Der Energieverbrauch in unseren direkten Unternehmensaktivitäten macht etwa 5 % unseres CO2-Fußabdrucks aus. In diesem Bereich haben wir bereits große Fortschritte erzielt: Mit Re-Fuel, unserem globalen Programm für Energieeffizienz und Dekarbonisierung, setzen wir auf digitale Innovationen, operative Exzellenz und starke Partnerschaften, um Veränderungen voranzutreiben. Unser Ziel: 100 % erneuerbarer Strom und eine Reduktion der Emissionen aus Scope 1 und 2 um 46 % bis 2030.
-95%
An unserem Standort Balclutha in Neuseeland hat ein Biomassekessel, der mit lokalen Forstabfällen betrieben wird, die Emissionen um 95 % reduziert.
Regenerative Landwirtschaft
Landwirtschaftliche Emissionen entstehen durch den Betrieb von Höfen und die Futtermittelproduktion. Danone verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um landwirtschaftliche Systeme zukunftsfähiger zu machen. Wir setzen auf regenerative Landwirtschaft, um die Bodengesundheit, die Artenvielfalt, das Wassermanagement und die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Gesunde Böden binden Kohlenstoff und reduzieren so den CO2-Ausstoß, während ein besseres Düngemanagement die Methanemissionen senkt. Zusätzlich steigern wir die Effizienz durch klimafreundliche Praktiken, innovative Technologien und den Einsatz erneuerbarer Energien.
64.000
Im Rahmen unseres Climate Transition Plan unterstützen wir 64.000 landwirtschaftliche Betriebe in über 12 Ländern dabei, regenerative und nachhaltige Praktiken einzuführen.
Milch
Milchbezogene Emissionen machen 57 % unseres landwirtschaftlichen Fußabdrucks und 70 % der Methanemissionen aus. Die Dekarbonisierung der Milchlieferkette hat für uns höchste Priorität – ebenso wie die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von landwirtschaftlichen Betrieben und die Verbesserung der Lebensgrundlagen der Landwirtinnen und Landwirte. Deshalb unterstützen wir Landwirtinnen und Landwirte beim Übergang zu regenerativen Milchwirtschaftspraktiken. Um unser 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, wollen wir die Methanemissionen aus Frischmilch bis 2030 um 30 % senken und bis 2025 30 % der wichtigsten Zutaten von Betrieben beziehen, die auf regenerative Landwirtschaft umstellen.
30%
Wir streben an, die Methanemissionen aus Frischmilch bis 2030 um 30 % gegenüber unserem Basisjahr 2020 zu reduzieren.
Zutaten
Unsere Zutaten – ob Milchprodukte oder pflanzliche Rohstoffe – spielen eine zentrale Rolle für Danones Impact Journey und zur Erreichung des SBTi-Ziel von 1,5 °C für Scope-3-FLAG-Emissionen. Gemeinsam mit unseren Lieferantinnen und Lieferanten reduzieren wir Emissionen, fördern regenerative Landwirtschaft und setzen uns für entwaldungsfreie Lieferketten ein.
Zwischen 2015 und 2022 konnten wir durch unsere Partnerschaft mit Royal Friesland Campina die Emissionen aus der Milchproduktion um 19 % senken. Bei den pflanzlichen Rohstoffen sind 91 % unseres Palmöls RSPO-zertifiziert. Zudem sind wir 2024 dem 100+ Accelerator Program beigetreten, um Innovationen für eine nachhaltige Lieferkette voranzutreiben.
100 %
Wir streben bis 2025 eine vollständige Umwandlungs- und Entwaldungsfreiheit bei unseren wichtigsten Rohstoffen sowie vollständig rückverfolgbare Lieferketten an.
Verpackungen
Verpackungen sind entscheidend für Produktsicherheit, Qualität und weniger Lebensmittelverschwendung. Gleichzeitig machen sie rund 14 % von Danones CO2-Fußabdruck aus. Wir setzen auf kohlenstoffarme Materialien, optimierte Designs und die Verbesserung der Entsorgung am Ende der Lebensdauer, um ein Kreislaufsystem zu fördern. Bis 2030 sollen 100 % unserer Verpackungen wiederverwendbar oder recycelbar sein und der Einsatz von neuem, fossilem Kunststoff um 30 % sinken. Bis 2040 wollen wir so viel Kunststoff zurückgewinnen, wie wir verbrauchen, und den Anteil an neuem, fossilem Kunststoff um 50 % reduzieren.
100%
Bis 2030 wollen wir Verpackungen zu 100 % wiederverwendbar oder recycelbar machen. Bereits 2023 waren 84 % unserer Verpackungen wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar. Außerdem wurden 58 % des eingesetzten Kunststoffs wiederverwertet.
Logistik
Logistik ist entscheidend, um Materialien und Fertigwaren zu bewegen und Produkte zuverlässig an unsere Kundinnen und Kunden zu liefern. Gleichzeitig verursacht sie rund 8 % der Treibhausgasemissionen von Danone. Um diese Auswirkungen zu verringern, setzen wir auf höhere Auslastung der Lkw, mehr Direktlieferungen, ein optimiertes Logistiknetzwerk, bessere Energieeffizienz, die Umstellung von Lagerhäusern auf erneuerbare Energien und den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Pilotprojekten.
-0,8
Mio. t CO2e
Bis 2030 wollen wir die CO2e-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2020 um 0,8 Mio. t senken. Mittel- bis langfristig liegt der Fokus auf der Verlagerung von Transportmodi und der Einführung neuer Technologien.
Co-Produktion
Wir arbeiten eng mit externen Partnerinnen und Partnern zusammen, um unsere Produkte herzustellen und zu verpacken. Durch aktive Kooperation wollen wir die Emissionen aus der Co-Produktion senken, die derzeit 7 % von Danones CO₂-Fußabdruck ausmachen. In Nordamerika haben wir die Netzwerke für zugekaufte Fertigwaren optimiert, um unseren CO₂-Ausstoß zu reduzieren, und in Europa sowie Nordamerika E-Lkw in der Logistik eingeführt.
1.5 °C
Wir binden bereits Co-Produzentinnen und -produzenten in Nordamerika ein, damit sie sich verpflichten, ihre Produktion entlang eines 1,5 °C-Pfads zu dekarbonisieren. Unser Ziel: weltweit 100 % unserer Co-Produktionspartner in diesen Prozess einzubeziehen.
Lieferantinnen- und Lieferantenengagement
Das Engagement unserer Lieferantinnen und Lieferanten ist ein zentraler Bestandteil von Danones Dekarbonisierungsstrategie, denn über 50 % unseres 1,5 °C-Reduktionsziels hängen von ihren Maßnahmen ab. Partnerschaften wie mit Synlait helfen uns, die Wirkung regenerativer Landwirtschaft zu messen, während ENGIE uns bei der Senkung von Emissionen in der Produktion unterstützt. Klimaschutzmaßnahmen sind in unseren Verträgen integriert, um sie mit wissenschaftsbasierten Zielen in Einklang zu bringen und unsere Fortschritte voranzutreiben.
75 %
Mehr als 75 % unserer wichtigsten Lieferantinnen und Lieferanten sind inzwischen Teil von Nachhaltigkeitsprogrammen wie der Sustainable Dairy Partnership und treiben gemeinsam Fortschritte bei der Emissionsreduzierung voran.
Kohlenstoffarm konzipiert
Wir gehen über klassische Dekarbonisierung hinaus und setzen auf kohlenstoffarme Inhaltsstoffe und Verfahren, sowohl für Milch- als auch für pflanzliche Produkte. Gemeinsam mit unseren Partnern integrieren wir den CO₂-Fußabdruck bereits in die Produktentwicklung, entwickeln pflanzliche und hybride Rezepturen mit geringerem Ausstoß und investieren in innovative Technologien wie alternative Proteine. Diese Maßnahmen unterstützen unsere Klimaziele, fördern nachhaltige Ernährungsgewohnheiten und erweitern unser Portfolio um Produkte mit reduzierterem CO₂-Fußabdruck.
40 %
2024 hat Nutricia sein Sortiment an pflanzlichen Produkten um Fortimel High Energy High Protein Plant-Based erweitert, das einen mindestens 40 % geringeren CO₂-Fußabdruck hat als das milchbasierte Fortimel HEHP, das in Europa verkauft wird.
Einsatz für globale Klimaschutzmaßnahmen
Danone engagiert sich aktiv für die Ziele des Pariser Abkommens – gemeinsam mit Regierungen, NGOs, Unternehmen und Verbraucher*innen. Wir setzen uns für eine ambitionierte Klimapolitik ein – darunter CO₂-Bepreisung, regenerative Landwirtschaft und mehr Transparenz durch Initiativen wie die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).
Unser Engagement orientiert sich am 1,5 °C-Ziel und umfasst Partnerschaften mit führenden Organisationen wie dem World Wildlife Fund (WWF), dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und der Ellen MacArthur Foundation. Als zertifiziertes B Corp Unternehmen fördern wir Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche, treiben wissenschaftsbasierte Netto-Null-Ziele voran und gestalten den Wandel entlang globaler Lieferketten.
Climate Transition Plan
- Dateiname
- danone-climate-transition-plan-2023.pdf
- Größe
- 5 MB
- Format
- application/pdf
Methan-Aktionsplan 2025
- Dateiname
- Danone_Methane_Action_Plan_2025.pdf
- Größe
- 35 MB
- Format
- application/pdf
