- Story
Stellen wir uns vor, ein König des 19. Jahrhunderts würde heute einen Supermarkt betreten. Ein Mann, dessen Hofstaat einst über Bankette mit exotischen Früchten und seltenen Delikatessen staunte, wäre vermutlich überwältigt, nicht von Luxus, sondern von Auswahl und Verfügbarkeit. Hinter den gefüllten Regalen verbirgt sich eine stille Meisterleistung: eine Lieferkette, die heute intelligenter, stärker vernetzt und widerstandsfähiger ist als je zuvor.
Heute stehen wir an der Schwelle zum nächsten großen Entwicklungsschritt: dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Doch während KI diesen Wandel beschleunigt, bleibt eine Überzeugung für uns bei Danone handlungsleitend: Fortschritt entfaltet seinen Wert nur dann, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht.
Wir sind zudem fest davon überzeugt, dass die Grundlagen einer exzellenten Lieferkette nicht ersetzt werden können. KI baut in vielerlei Hinsicht auf diesen Grundlagen auf – beispielsweise durch die Beschleunigung der Entscheidungsunterstützung, die Erweiterung der Systemwirkung und die Vernetzung unterschiedlicher Systeme –, doch sie kann grundlegende Stärken nicht ersetzen. Eine schlecht gewartete Produktionslinie wird nicht besser, nur weil man sie mit KI-gestützten Steuerungen ausstattet.
Sind Lieferketten bereit für eine Revolution?
Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die globale Lieferkette zu einem riesigen, vernetzten Ökosystem entwickelt, dessen Komplexität mit fortschreitender Globalisierung immer weiter zugenommen hat. Diese Netzwerke haben Jahre voller Turbulenzen (Klimaschocks, eine globale Pandemie und vieles mehr) überstanden und sich dennoch als widerstandsfähig erwiesen.
Was sich nun verändert, ist die stetig wachsende Anzahl von Datenpunkten, die verwaltet werden müssen, während Lieferketten immer umfangreicher und agiler werden. Die Lieferung direkt ins Regal eines Kunden ist weitaus komplexer als die Lieferung in dessen Lager. Und dafür ist Rechenleistung erforderlich.
Das nächste Kapitel wird von Neuerungen geprägt sein. Die potenziellen Auswirkungen der KI sind bereits klar: intelligentere Abläufe, schnellere Entscheidungen und letztendlich personalisierte Produkte sowie ein besserer Service für die Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die Frage lautet nicht mehr, was KI für Lieferketten tun kann, sondern wie KI sie verändern wird.
Im Zeitalter intelligenter Maschinen … wo ist da Platz für den Menschen?
Der Aufstieg der KI bringt Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. Ein aktueller Bericht des Weltwirtschaftsforums zeigt, dass 41 % der Unternehmen planen, ihre Belegschaft bis 2030 aufgrund künstlicher Intelligenz anzupassen. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass weltweit 170 Millionen neue Arbeitsplätze als Folge dieses Wandels entstehen werden.
Die Schlussfolgerung daraus ist einfach: KI mag die Arbeitswelt verändern, doch die menschlichen Fähigkeiten werden darüber entscheiden, welchen Nutzen wir aus künstlicher Intelligenz ziehen. Technologie macht den Menschen nicht überflüssig. Im Gegenteil: Sie erweitert seine Möglichkeiten und stärkt seine Rolle. Diese Dynamik zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der industriellen Revolutionen, von der Erfindung der Dampfmaschine bis hin zur heutigen Ära der Künstlichen Intelligenz.
41%
der Unternehmen planen aufgrund von KI bis 2030 Veränderungen in ihrer Belegschaft
170Mio
neue Arbeitsplätze werden weltweit durch die KI-Transformation erwartet
Was braucht es, um eine resistente Lieferkette aufzubauen?
Bei Danone verfolgen wir ein klares Ziel: Wir bauen eine Lieferkette, die nicht trotz Unsicherheiten funktioniert, sondern gerade durch den Umgang mit ihnen stärker wird. Unser Anspruch ist ein System, das auch unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig bleibt und langfristig resilienter ist als das unserer Wettbewerber.
KI kann diesen Prozess beschleunigen – aber nur, wenn wir Menschen dazu befähigen, sie zu nutzen. KI-Modelle müssen trainiert werden und damit dies effektiv geschieht, müssen Menschen geschult werden. Dieser „Human-in-the-Loop“-Ansatz ist kein optionales Extra. Er ist die Zukunft verantwortungsvoller, widerstandsfähiger und skalierbarer Betriebsabläufe.
Und dafür braucht es mehr als nur Werkzeuge. Es erfordert Führungsstärke, einen Mentalitätswandel und die Überzeugung, dass menschliches Fachwissen unser strategisch wichtigstes Kapital bleibt, auch und gerade in einer von KI geprägten Welt.
Demokratisierung der KI: Mitarbeiter befähigen, den Wandel voranzutreiben
Die meisten Unternehmen verfolgen einen Top-down-Ansatz: KI wird zentral entwickelt und anschließend in die Organisation hinein skaliert. Bei Danone verfolgen wir einen anderen Ansatz: die Demokratisierung von KI-Anwendungen. In der Praxis bedeutet dies, dass wir die Teams befähigen, genau die Lösungen mitzugestalten, die sie selbst nutzen werden. Der Erfolg dieses Modells und der damit geschaffene Mehrwert hängen von einer umfassenden Schulung und Weiterqualifizierung der Belegschaft ab, um sicherzustellen, dass Menschen und Maschinen synergetisch zusammenarbeiten.
Deshalb haben wir wichtige Transformationsinitiativen beschleunigt. Über unsere gesamte Lieferkette hinweg haben wir ein durchgängiges, ereignisgesteuertes digitales Ökosystem aufgebaut, das Anlagen und digitale Anwendungen in Echtzeit miteinander vernetzt. Dadurch können unsere Teams die Möglichkeiten von KI gezielt nutzen, von fortschrittlichen Analysen bis hin zu konkreten Mehrwerten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Ein weiterer Meilenstein ist die kürzlich eröffnete Industry 5.0 Academy, ein globales Trainingszentrum, das mehr als 20.000 Mitarbeitende in der Produktion weltweit dabei unterstützt, sicher und kompetent mit fortschrittlichen Technologien zu arbeiten.
20.000+
Mitarbeitende werden über die „Industry 5.0 Academy“ von Danone geschult
Transformation lässt sich nicht durch einige wenige Spezialistinnen und Spezialisten skalieren. Sie gelingt, wenn Tausende Mitarbeitende befähigt werden, ihr Wissen auszubauen und selbst zu Treibern des Wandels zu werden.
Differenzierung im Zeitalter der KI
Technologie wird sich weiterhin rasant weiterentwickeln und Investitionen werden steigen: Allein im Jahr 2024 investierten Microsoft, Meta, Google und Amazon zusammen 125 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentren, um die nächste Generation fortschrittlicher Funktionen zu unterstützen.
Letztendlich hängt die Widerstandsfähigkeit davon ab, wie schnell sich Unternehmen anpassen. In der gesamten Lieferkette von Danone stärkt Technologie unsere Agilität, jedoch nur in Verbindung mit Investitionen in die Menschen hinter dem Unternehmen – in ihre Fähigkeiten, ihre Kreativität und ihr lokales Fachwissen. KI ist nur so leistungsfähig wie diejenigen, die sie einsetzen.
Die Zukunft kommt schneller, als wir uns vorstellen können
Wenn schon ein König des 19. Jahrhunderts von der Vielfalt eines heutigen Supermarkts beeindruckt gewesen wäre, wie würde er wohl reagieren, wenn er mit einem KI-Agenten spräche, der von einem unserer Produktionsmitarbeitenden entwickelt wurde?
Bei Danone treiben wir diese Entwicklung konsequent voran. Wir erschließen das Potenzial von Künstlicher Intelligenz, indem wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Denn wir sind überzeugt: Technologie entfaltet ihren größten Mehrwert dort, wo sie Menschen befähigt, ihre Fähigkeiten zu erweitern, bessere Entscheidungen zu treffen und Innovation voranzutreiben.
