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WEITERHIN UNTERSCHIEDE BEI SÄUGLINGSMILCHEN NACH EU-NOVELLE
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Wien, 9. September 2019:
Stillen ist die beste Ernährungsform für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Nahrungen für Babys, die nicht gestillt werden, sollen sich bestmöglich am komplexen Vorbild Muttermilch orientieren. Erstmals wurden 1976 detaillierte Anforderungen für Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen festgelegt und das letzte Mal 2006 aktualisiert. Am 22.2.2020 wird eine neue delegierte Verordnung (VO) bezüglich Säuglingsanfangs- und Folgenahrung verbindlich werden (für HA-Nahrung ab 22.02.2021). Diese neue Verordnung wurde in einem hochkarätig besetzten Expertenkreis kritisch diskutiert.
Proteinwerte immer noch zu hoch Eine zu hohe Proteinzufuhr im Säuglings- und Kleinkindalter ist mit einem erhöhten Body Mass Index im Kindesalter assoziiert. Demnach wurde der Höchstwert für Protein in Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen nun gesenkt. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer: „Damit kommt das Gesetz dem aktuellen Kenntnisstand nach, wenngleich eine EU Verordnung diesem naturgemäß immer etwas hinterherhinkt. Meiner Ansicht nach sind die Maximum-Werte immer noch sehr hoch, aber ein Schritt in die richtige Richtung.“
Muttermilch enthält eine bedarfsgerechte Mischung verschiedener Fettsäuren. Darunter findet man wichtige langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie DHA und ARA. Diese wirken sich günstig auf die Reifung des kindlichen Sehvermögens aus. Bis die Eigensynthese ausreicht, ist der Säugling auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Ab 2020 ist der Zusatz von DHA zu Säuglingsanfangs- und Folgenahrung obligatorisch. Prof. Dr. Walter Mihatsch begrüßt dies, sieht jedoch das Fehlen von ARA kritisch: „DHA und ARA sind beide in Muttermilch enthalten. Im Gehirn von Säuglingen findet man sogar mehr ARA als DHA. Es würde Sinn ergeben, sowohl DHA als auch ARA Säuglingsnahrungen zuzufügen.“
Muttermilch fördert aufgrund ihrer bifidogen wirkenden Humanen Milch-Oligosaccharide (HMOs) die Entwicklung und Funktion der kindlichen Darm-Mikrobiota. Dieser Effekt kann in Säuglingsnahrung durch die Zugabe von speziellen Ballaststoffen erreicht werden. Die Verordnung erlaubt die Zugabe, speziell die in über 30 Studien geprüfte Kombination aus 90 % kurzkettigen Galacto-Oligosaccharide und 10 % langkettigen Fructo-Oligosaccharide (scGOS/lcFOS (9:1) mit max. 0,8 g/100 ml. „Mit dieser Mischung lässt sich die Darm-Mikrobiota der so ernährten Säuglinge jener von gestillten Kindern annähern“, führt der Muttermilchforscher Prof. Dr. Bernd Stahl aus. Für Prof. Zwiauer steht fest: „Muttermilch ist unser Vorbild. Säuglingsnahrung soll der Muttermilch so gut es geht ähneln. Diese spezielle scGOS/lcFOS (9:1)-Mischung ist eine gute Annäherung an die Funktion der Humanen Muttermilch-Oligosaccharide. GOS/FOS sind aus meiner Sicht eine wünschenswerte Zutat, die aus medizinischen Gründen begrüßenswert ist.“
Die Forschung lernt täglich vom Vorbild Muttermilch. Prof. Stahl: „So wissen wir z. B. heute, dass Muttermilch ein Synbiotikum ist, denn sie enthält neben prebiotischen Ballaststoffen noch probiotische Bakterien und deren Stoffwechselprodukte, die Postbiotika.“ Für Prof. Zwiauer hat sich in den letzten 20 Jahren das Wissen um Säuglingsnahrung unter anderem dank der Forschungstätigkeit von wenigen Unternehmen von einer ‚eminenzbasierten‘ zu einer evidenzbasierten Wissenschaft entwickelt. Für Prof. Mihatsch ist Muttermilchforschung schlichtweg essenziell.
Die Experten sind sich einig: Es war noch nie so einfach wie heute, einen Säugling, der nicht gestillt werden kann, gut zu ernähren. Prof. Zwiauer ergänzt: „Trotzdem sind auch künftig nicht alle Säuglingsmilchen gleichwertig. Denn es gibt Firmen, die ihre Produkte über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus mit weiteren wünschenswerten Nährstoffen ergänzen. Spezifische Unterschiede sind vorhanden und wird es weiterhin geben. Es ist daher evident, dass Säuglingsnahrung von einem Unternehmen, das Forschung betreibt, zu bevorzugen ist.“
Der ausführliche Nachbericht zur Expertendiskussion wurde im Springer Medizin Verlag (Monatsschrift Kinderheilkunde 9/2018 und Pädiatrie & Pädologie 4/2019) publiziert. (Link zu Springermedizin.at)
An der Diskussion, welche auf Einladung von Milupa im Mai 2019 stattfand, nahmen teil:
Conflict of interest Erklärung: Mag. Jakob Hütthaler-Brandauer, Prof. Dr. Walter Mihatsch und Prof. Dr. Karl Zwiauer haben für ihre Teilnahme am Experten Round table ein Honorar erhalten. Prof. Mihatsch spendet sein Honorar für diesen Experten Round Table der Leipziger Muttermilch Bank. Prof. Bernd Stahl, Leiter der NutriciaMuttermilchforschung und der Analytik, und Associate Professor of Glycobiology am Department of Pharmaceutical Science an der Universität Utrecht (NL)
Die bisher gültige VO (RICHTLINIE 2006/141/EG DER KOMMISSION vom 22. Dezember 2006) finden Sie hier. Die neue Verordnung (DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2016/127 DER KOMMISSION vom 25. September 2015), gültig ab 22.2.2020, finden Sie hier.
Milupa ist mit den Marken Aptamil und Milupa der führende Experte für die Ernährung in den ersten 1000 Tagen. Basierend auf über 40 Jahren Muttermilchforschung hilft Österreichs Nummer 1 bei Folgemilchen* Eltern dabei, die gesunde Entwicklung von Babys und Kleinkindern von Anfang an optimal zu fördern. 1957 in Puch bei Hallein gegründet, ist Milupa Österreich seit 2007 ein Tochterunternehmen von Danone. Milupa bietet u.a. Milchnahrungen und Breie für Säuglinge und Kleinkinder an – bedarfsgerecht, sicher, von höchster Qualität und immer am aktuellsten Stand der Wissenschaft. Mit dem Eltern + Baby Service begleitet Milupa Österreichs Eltern seit über 20 Jahren als Experte für Ernährung im Säuglings- und Kleinkindalter. Mehr Informationen auf www.milupa.at.
*Quelle: Quelle: A.C. Nielsen, Market Track, Folgemilch, Absatz in kg, Österreich, LH+DFH exkl. Hofer/Lidl, KW1-32 2019
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