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TRAINING FÜR DIE ZUKUNFT: HEBAMMEN IN AUSBILDUNG PROFITIEREN VON SIMMOM

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Bad Homburg, 09.03.2017: Die Schulterdystokie gehört zu den meist gefürchtetsten Komplikationen bei einer Geburt. Um werdende Hebammen möglichst früh auf diesen Geburtsnotfall vorzubereiten, bietet Milupa Nutricia in Kooperation mit Laerdal Hebammenschulen ein praxisorientiertes Notfalltraining am Geburtssimulator SimMom an. In einer angstfreien Umgebung kann so der Ernstfall trainiert und eine Routine erlangt werden. Das SimMom Training fand im Jahr 2016 in acht deutschen Hebammenschulen, unter anderem in Speyer, Göttingen und Magdeburg, statt. Das Training ist Teil der „Milupa Nutricia Initiative für Hebammen“, welche ein maßgeschneidertes Fortbildungsangebot für Hebammen bietet.

Bei Hebammen muss grundsätzlich das Bewusstsein für die Wichtigkeit eines Notfallplans sowie einer möglichst ruhigen, routinemäßigen Umsetzung geschaffen werden. Denn in 50-70 Prozent der Fälle ist die Ursache eines Zwischenfalls während eines medizinischen Notfalls nicht mangelndes Fachwissen, sondern die Umsetzung des Wissens unter realen Bedingungen. Zusätzlich treten häufig Probleme im Umgang mit der komplexen Situation und Kommunikation im Team auf. Aus diesen Gründen wünschen sich Hebammen regelmäßige Trainings im Notfallmanagement und für die Kommunikation im Kreißsaal. Ein funktionierendes Crisis Resource Management (CRM) ist in der Geburtshilfe essentiell. Nach Rall und Gaba (2005) wird CRM wie folgt definiert: „Die Fähigkeit, das Wissen, was getan werden muss, auch unter den ungünstigen und unübersichtlichen Bedingungen der Realität eines medizinischen Notfalls in effektive Maßnahmen im Team umsetzen.“1 An dieser Stelle setzt das Training am Geburtssimulator SimMom an.

 

Hebammen in Ausbildung trainieren mit SimMom

Das Simulationstraining mit SimMom ermöglicht es, das Vorgehen und die Handlungsketten im Falle einer Schulterdystokie während einer Geburt von Anfang an so realitätsnah wie möglich zu trainieren und nach und nach Routine zu erlangen. Deswegen ist es sinnvoll, SimMom Trainings bereits mit Auszubildenden im 3. Ausbildungsjahr durchzuführen. Bei jedem Training sind zwei Schulungsleiter vor Ort. Zum einen eine erfahrene Hebamme, die selbst auch Lehrerin ist und zum anderen ein Mitarbeiter der Firma Laerdal, der die Programmierung und Steuerung der SimMom übernimmt.

 

Schulterdystokie betrifft jede 200. Gebärende

Kommt es während des Geburtsvorgangs zu einer Schulterdystokie, so kann eine Schulter des Säuglings während der Geburt nicht entwickelt werden und der geborene Kindskopf weicht in den Vulva-Dammbereich zurück. Die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie beträgt 0,5 Prozent (5 von 1000 Geburten) und birgt hohe Risiken für Mutter und Kind. Schulterdystokie tritt auch auf, wenn kein einziger Risikofaktor zutrifft. Daher ist es umso wichtiger, dass Hebammen die Möglichkeit erhalten, sich auf diesen medizinischen Notfall im Zuge von Simulationstrainings bestmöglich vorzubereiten. Das Vorgehen bei der Schulterdystokie-Simulation mit SimMom basiert auf den „Empfehlungen der Schulterdystokie: Erkennung, Prävention und Management“ der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

 

Fokus auf Skills- und Szenarien-Training

Basierend auf ihrem theoretischen Wissen üben die werdenden Hebammen im Zuge des SimMom Trainings die Handlungsabfolge, die im Ernstfall umgesetzt werden muss. Sie trainieren zuerst die wichtigsten Handgriffe: „Mc Roberts Manöver“, „Rubin“, Armlösung nach „Woods“ und „Dudenhausen“. Nachdem alle Auszubildenden die Manöver einzeln am Simulator geübt haben, werden realistische Kreißsaal-Szenarien inszeniert. Hier schlüpfen die Auszubildenden in unterschiedliche Rollen: Erste und zweite Hebamme, zwei Pädiater und ein Assistenzarzt sowie ein Oberarzt. Die Gebärende sowie der besorgte Vater werden von den Schulungsleitern dargestellt. In diesem herausfordernden Szenario trainieren die werdenden Hebammen die Diagnose zu stellen, die Handlungskette einzuleiten sowie die Kommunikation im Team und mit der Gebärenden. „Die Szenarien bringen ihnen [den Hebammen in Ausbildung] am meisten, weil man dann sieht, wie man sich als Team aufstellen muss, um so etwas zu meistern“, so Frau Bauer, Schulleiterin der Hebammenschule in Speyer.

 

Positives Feedback zum SimMom Training

Das SimMom Training wird von den werdenden Hebammen sehr gut angenommen. Sie können in einem professionellen, aber dennoch angstfreien und gemeinschaftlichen Umfeld den − mit SimMom realitätsnah simulierten − Notfall trainieren. „Mir gefällt am besten, dass man die Handgriffe wirklich routiniert üben kann […] und, dass man lernt, was man im Notfall tun müsste“, so eine Auszubildende an der Hebammenschule in Speyer. 

 

Über die „Milupa Nutricia Initiative für Hebammen“

Die Hebamme ist meist eine der ersten Ansprechpartnerinnen für werdende Mütter und junge Familien und daher wichtige Botschafterin in den ersten 1.000 Tagen − dem Zeitraum ab der Befruchtung bis zum 2. Geburtstag eines Kindes. Daher wurde im Zuge der „Milupa Nutricia Initiative für Hebammen“ ein maßgeschneidertes Fortbildungsangebot für Hebammen erarbeitet.

 

Über SimMom

SimMom ist ein Ganzkörper-Geburtssimulator, mit dem sowohl automatische, als auch manuelle Geburtstrainingsszenarien durchgeführt werden können. Der anatomische Aufbau und der Funktionsumfang von SimMom ermöglichen Trainings, mit welchen sich Hebammen bestmöglich auf eine wirkliche Geburt vorbereiten können.

 

 

1 Rall M., Gaba D. (2005):  Human Performance and Patient Safety. In: Anesthesia (ed. Miller R.). Philadelphia: Elsevier Churchill Livingstone, pp. 3021-72.

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