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FORSCHERTEAM MACHT MUTTERMILCH FÜR FRÜHGEBORENE NOCH SICHERER - UND GEWINNT DEN NUTRICIA WISSENSCHAFTSPREIS
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Mannheim, 02.03.2018: Frühgeborene haben aufgrund ihrer Unreife nur unzureichende Abwehrmöglichkeiten gegenüber Infektionen, die beispielsweise durch den auch über die Muttermilch übertragbaren Cytomegalievirus (CMV) ausgelöst werden können. Damit Frühgeborene trotzdem die für sie wichtige Muttermilch erhalten können, hat Kinderarzt Dr. Jens Maschmann und sein Team an der Universität Tübingen die CMV-Übertragungswege und Möglichkeiten zum Schutz davor erforscht. Für diese Ergebnisse gewann er nun den von Milupa gestifteten Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch.
Stillen ist das Beste für Mutter und Kind. Das gilt auch für Frühgeborene, die aufgrund ihrer Unreife nur unzureichende Abwehrmöglichkeiten gegenüber Infektionen haben. Sie profitieren daher besonders von den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Muttermilch.
Doch manche Mütter sind Träger des sogenannten Cytomegalievirus (CMV), der schon länger in Verdacht steht, über die Muttermilch auf das Kind übertragen zu werden, was bei unreifen Frühgeborenen schwere Infektionen auszulösen kann.
Mit diesem Thema beschäftigte sich Dr. Jens Maschmann an der Universität Tübingen, Abteilung für Frühgeborene, heute Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena. „Unser Team schaute sich als erstes an, wie genau der CMVVirus durch Muttermilch übertragen wird“, so Dr. Maschmann. Durch Entwicklung spezieller CMVNachweisverfahren konnte das Milchserum, die sogenannte Molke, als Hauptübertragungsweg bestimmt werden. Aber auch in Leukozyten, die in der Muttermilch vorliegen, konnte das Virus nachgewiesen werden.
„Im zweiten Schritt haben wir dann eine KurzzeitPasteurisierung entwickelt, die CMV in Muttermilch zerstört und trotzdem die hohe Qualität der Muttermilch möglichst erhält“, erläutert Dr. Maschmann. Für diese Methode, die Muttermilch für Frühgeborene sicher macht und deren immunologischen und nutritiven Inhaltsstoffe schont, wurde ein Patent erteilt und ein Gerät zur Anwendung in der klinischen Routine entwickelt.
„Muttermilch ist die Beste Ernährung für Frühgeborene. Sie muss aber sicher sein, denn Frühgeborene sind aufgrund ihres unreifen Immunsystems sehr empfindlich gegenüber Infektionen“ betont Professor Dr. Walter Mihatsch, Mitglied des Nutricia Preiskomitees und Chefarzt der Neonatologie am Helios Klinikum Pforzheim. „Daher kann diese Arbeit als besonders wichtig und innovativ bezeichnet werden.“
Das Preiskomitee vergibt bereits im sechsten Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch. Auch 2018 können sich wieder – bis zum 15. Oktober – alle bewerben, die über Muttermilch und Stillen geforscht und bereits publiziert haben. Die Bewerber arbeiten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
Parallel dazu verlieh das Nutricia Forum für Muttermilchforschung auch den diesjährigen Nutricia Praxispreis zur Förderung des Stillens. Der Preis ging an Heidi Kuntz und Tanja Rieber, beide Hebammen und Studentinnen der Berufspädagogik im Gesundheitswesen der Hochschule Fürth, die eine besonders kreative Idee entwickelt haben, um das Stillen an öffentlichen Plätzen zu fördern. Dieser Preis richtet sich speziell an Menschen, die mit praxisnahen Projekten direkt das Stillen fördern. Hier werden insbesondere Hebammen und Mitarbeiter von Geburts- und Kinderkliniken angesprochen.
(Bild in PDF-Datei von rechts):
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